Post für die Supermärkte

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Lebensmittelhändler sollen mehr Verantwortung übernehmen und ihre Waren mit weniger Pestiziden produzieren lassen. Das forderten Greenpeace-Aktivisten deutschlandweit vor Supermärkten. Greenpeacer aus Nürnberg und Erlangen waren in Fürth auf der Straße.

Was an pflanzlichen Lebensmitteln in den Supermarktregalen liegt, gedeiht oft unter Einsatz großer Pestizidmengen. „Die Konzerne müssen gemeinsam mit ihren Produzenten dafür sorgen, dass weniger gefährliche Pestizide zum Einsatz kommen“, fordert Christiane Huxdorff, Umweltwissenschaftlerin und Greenpeace-Expertin für Landwirtschaft.

Um Unterstützung für dieses Anliegen warben die Greenpeace-Aktivisten vor den Märkten. Passanten konnten eine Protest-Postkarte an die Händler schreiben, die diese dazu auffordert, Waren ohne chemisch-synthetische Pestizide in der Produktionskette zu verkaufen. Die Karten wurden dann gesammelt an die Supermärkte und Discounter übergeben.

81 PROZENT DER VERBRAUCHER FÜR WENIGER PESTIZIDE

Denn eine Umstellung im Produktsortiment ist dringend nötig. Das zeigten auch die Tests, die Greenpeace an Proben von europäischen Apfelplantagen vornahm. Dabei stellte sich heraus, dass viele Pestizidcocktails zu finden sind. Auch wenn die Äpfel im Supermarkt kaum die Grenzwerte für einzelne Pestizide überschreiten, ist die Wechselwirkung der verschiedenen Mittel miteinander unklar. „Chemisch-synthetische Pestizide sind präsent vom Anbau bis zum Teller“, so Huxdorff. „Es ist wichtig, mehr als nur gesetzliche Mindestanforderungen zu erfüllen und bereits in der Produktion den Einsatz zu reduzieren.“

Mitte Oktober dieses Jahres befragte Forsa im Auftrag von Greenpeace 1001 Personen zu ihrer Meinung zu Pestiziden in der Landwirtschaft. Die Umfrage ergab, dass 81 Prozent der Verbraucher für weniger chemisch-synthetische Pestizide in der Landwirtschaft sind. 25 Prozent der Befragten ist ein reduzierter Pestizideinsatz wichtig, 56 Prozent sogar sehr wichtig. 55 Prozent sprechen sich zudem für die Einführung einer Pestizidsteuer aus, welche die Landwirte und die Pestizidindustrie zahlen müssten. Davon sollen Kosten finanziert werden, die durch den Pestizideinsatz entstehen, etwa für die Reinigung von Trinkwasser; ökologische Alternativen sollen mit dem Geld gefördert werden.

Denn solch eine ökologische, pestizidfreie Landwirtschaft ist möglich. Der Wandel kann allerdings nur gelingen, wenn auch die Lebensmittelhändler ihren Teil dazu beitragen. Die Greenpeace-Aktivisten wollen mit ihren Informationen ein Umdenken bewirken – bei Verbrauchern und auch bei den Händlern.

Publikationen

Weiterführende Links

Pestizide: Infos und Protestmail-Aktion (greenpeace.de)

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